Der Akelei (Aquilegia) ist eine der elegantesten Gattungen der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Der Name stammt vom lateinischen Wort „aquila“ (Adler) und bezieht sich auf die Form der Blütensporne, die an Adlerschwingen erinnern. Die Gattung umfasst mehr als 70 Arten, die in den gemäßigten und bergigen Regionen Europas, Asiens und Nordamerikas heimisch sind. Während die Garten-Akeleien (wie Aquilegia vulgaris oder A. caerulea) große, ausladende Pflanzen sind, sind die Steingartenarten zwergwüchsige, anmutige Sträucher, die perfekt zur Atmosphäre eines Miniatur-Steingartens passen.
Steingärtner interessieren sich vor allem für die zwergwüchsigen asiatischen und südeuropäischen Arten, die 10 bis 25 cm hoch werden, fein geteiltes Laub besitzen und oft mit besonderen Blütenfarben beeindrucken. Von diesen beiden – Aquilegia akitensis und Aquilegia discolor – werden besonders diejenigen empfohlen, die auf kleinem Raum gärtnern.
Aquilegia akitensis – Der japanische Zwerg-Akelei
Das Aquilegia akitensis (auch bekannt als Semiaquilegia adoxoides, eine nahe verwandte Art, mit der es oft verwechselt wird) stammt aus Japan und gehört zu den kleinsten Akelein. Mit seinem eleganten Erscheinungsbild und der besonderen Blütenform kann es das wahre Juwel des Steingartens sein.

Erscheinungsbild
Die Pflanze bildet einen 10–15 cm hohen, kompakten Strauch. Die Blätter sind zweifach dreifach gefiedert – dieses fein gegliederte Laubwerk wirkt schon ohne Blüte dekorativ. Die Blätter sind leicht bläulich-grün mit einer wachsartigen Oberfläche, was dabei hilft, die Verdunstung zu reduzieren.
Die Blüten sind spornlos – das ist ein wichtiger Unterschied zu den klassischen Akelein! In den großen, blauen Blüten sind die Nektardrüsen milchweiß, was einen wunderschönen Kontrast erzeugt. Die Blumen neigen sich anmutig, ihre grazile Form schwebt förmlich über den fein gefiederten Blättern.
Im Mai blüht sie und ihre Blüte dauert 3-4 Wochen, wenn die Umgebung kühl und feucht ist.
Standort und Boden
Pflanzen Sie an einen halbschattigen Standort – ideal ist eine nach Osten oder Norden ausgerichtete Felswand, die vormittags Sonnenlicht und nachmittags Schatten erhält. Der Boden sollte humos, locker und gut durchlässig sein: 2 Teile Blattkompost oder kompostierte Rinde, 2 Teile feiner Kies (3–5 mm), 1 Teil grober Sand oder Perlit. Glockentürme bevorzugen nährstoffreichen Boden, der jedoch niemals wassergesättigt ist.
Pflege
Aquilegia akitensis lässt sich relativ leicht kultivieren, wenn ein kühles, feuchtes Mikroklima sichergestellt wird. In heißen, trockenen Perioden sollte die Umgebung regelmäßig befeuchtet werden. Nach der Blüte sollten die eintrocknenden Blütenstängel nicht sofort geschnitten werden – lassen Sie die Pflanze Samen ausreifen und sich auf natürliche Weise aussäen.
Aquilegia discolor – Der spanische blau-weiße Schatz
Das Aquilegia discolor (Aquilegia pyrenaica ssp. discolor) stammt aus den Bergen Spaniens und ist ebenfalls eine kleinwüchsige, fein gezeichnete Pflanze. Sein Name (discolor = zweifarbig) leitet sich von der interessanten Farbkombination der Blüten ab.

Erscheinungsbild
12–15 cm großer Strauch mit fein geteiltem Laub, das leicht grünlich-grau und fast nebelartig erscheint. Die Blätter sind klein, mehrfach geteilt und verleihen der Pflanze einen zarten, luftigen Habitus.
Die Blüten sind hellblau-weiß oder blasslila-weiß. Dieser sanfte Übergang erzeugt einen außerordentlich eleganten Effekt. Im Mai öffnen sie sich, und die Blüte dauert 3–4 Wochen.
Standort und Boden
Ähnlich wie Aquilegia akitensis bevorzugt sie einen halbschattigen Standort. Der Boden sollte humos, locker und gut durchlässig sein: 2 Teile Blattkompost, 2 Teile feiner Kies (3–5 mm), 1 Teil Perlit oder grober Sand. Die südeuropäischen Arten sind im Allgemeinen wärmeliebender als die asiatischen, vertragen jedoch keine heiße, trockene Umgebung – ein kühles, feuchtes Mikroklima ist auch hier von Vorteil.
Besondere Eigenschaft
Die Zwergglockentürme – wie auch die A. discolor – fühlen sich besonders wohl, wenn ein lockerer Teppich niedriger Stauden an ihrer Basis den Boden bedeckt. Dies ist auch in ihrem natürlichen Lebensraum eine häufige Erscheinung: Die Blätter des Akeleis ragen aus den polsterbildenden Pflanzen hervor und sind so vor Bodenvertrocknung sowie Unkrautbewuchs geschützt.
Beispielsweise ist Veronica prostrata ‚Rosea‘ (die rosafarbene Variante des niederliegenden Ehrenpreises) eine perfekte Begleitpflanze: Im Mai und Juni bildet sie einen rosafarbenen Blütenteppich, der die blau-weißen Blüten des Akeleis wunderschön ergänzt. Weitere gute Begleiter können sein:
- Thymus praecox (früher Thymian) – niedriger, duftender Teppich
- Phlox subulata (Bodendecker-Phlox) – im Frühling blühende Polsterpflanze
- Sedum album (Weißes Mauerpfeffer) – niedriger, trockenheitsresistenter Teppich
Weitere Zwergglockentürme für den Steingarten
Obwohl die beiden oben genannten Arten am einfachsten zu beschaffen und zu kultivieren sind, lohnt es sich, einige weitere Zwergglockenturmarten zu erwähnen, die ebenfalls die Aufmerksamkeit von Steingärtnern verdienen:
Aquilegia bertolonii

Eine 10-15 cm hohe Art aus den Gebirgsregionen Südeuropas (vor allem Italien). Die Blüten sind tief violettblau mit relativ großen Sporen. Sie gedeiht auch gut auf Kalkstein und lässt sich daher problemlos in die meisten Steingärten integrieren.
Aquilegia jonesii

Eine 5-10 cm hohe Mini-Akelei-Art aus den Rocky Mountains der USA. Vielleicht der kleinste Vertreter der gesamten Gattung! Seine Blüten sind bläulich-lila und aufrecht wachsend. Wächst äußerst langsam und erfordert spezielle Pflege – wird eher erfahrenen Gärtnern empfohlen.
Aquilegia flabellata

Eine aus Japan und Korea stammende Art mit einer Größe von 15–20 cm. Die Blüten können weiß, lila oder blau sein und besitzen kurze Sporen. Etwas größer als A. akitensis, aber immer noch für den Steingarten geeignet. Besonders schön ist die ‚Nana Alba‘-Zwergvarietät mit weißen Blüten.
Vermehrung
Zwergglockentürme können nach der Reife durch Aussaat vermehrt werden. Die Samen reifen im August bis September und müssen sofort ausgesät werden, da sie rasch an Keimfähigkeit verlieren. Die Samen werden in Anzuchtschalen oder Töpfen in eine feine, sandige Mischung (1 Teil Blattkompost, 2 Teile feiner Sand) gesät und mit einer dünnen Schicht bedeckt.
Für die Keimung ist eine Kaltbehandlung (Stratifizierung) erforderlich: Das Anzuchtgefäß wird im Winter ins Freie gestellt oder 4–6 Wochen im Kühlschrank gelagert. Im Frühling, wenn das Wetter wärmer wird, beginnen die Samen zu keimen. Die Pflänzchen müssen vorsichtig behandelt werden – die Glockentürme besitzen Pfahlwurzeln, deshalb sollten die Töpfe vor dem Auspflanzen nicht häufig umgestürzt werden.
Die Glockentürme im Überblick
Die Zwergglockentürme – insbesondere Aquilegia akitensis und Aquilegia discolor – sind liebenswerte Schmuckstücke für den halbschattigen Steingarten. Mit ihrem eleganten, fein gegliederten Laub und den geschwungenen Blüten schaffen sie eine leichte, luftige Atmosphäre zwischen den Steinen.
Wichtige Hinweise:
- Halbschattiger Standort – mit östlicher oder nördlicher Ausrichtung
- Humoser, lockerer Boden – gut durchlässig und nährstoffreich
- Feuchtes Mikroklima – verträgt keine heiße, trockene Luft
- Begleitpflanzen – können über einem Teppich aus niedrigen Stauden gepflanzt werden
- Vermehrung durch Aussaat – sofort nach der Reife aussäen
Glockentürme sind nicht so empfindlich wie Polsterpflanzen im Hochgebirge, aber auch nicht so tolerant wie rasenbildende Arten. Der Mittelweg – eine sorgfältige, aber nicht übermäßig komplizierte Pflege – macht sie zu den Favoriten erfahrener Anfänger und fortgeschrittener Gärtner. Der Moment der Blüte im Mai, wenn die blau-weißen Blüten über den zarten Blättern erscheinen, lohnt jede Mühe.
TL;DR – Brief summary
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Es gibt eine Pflanze, die sich wie eine Ballerina durch Steingärten bewegt: Aquilegia. In unserem neuesten Beitrag tauchen wir ein in die Welt einzigartiger Sporen und Pastellfarben. Erfahren Sie, warum Bestäuber diese anmutigen Kelche lieben und wie Sie Zwergsorten für Ihren Steingarten auswählen, die andere Pflanzen nicht überwältigen. Wir sprechen auch über die „wandernde” Natur der Aquilegia – schließlich handelt es sich um eine Staude, die sich oft ihren eigenen Platz zwischen den Felsen aussucht und dort auftaucht, wo sie am schönsten zur Geltung kommt. Verpassen Sie nicht diese elegante Ergänzung für Ihren Garten!
In this article, you can read about the following topics:
- Aquilegia akitensis – Der japanische Zwerg-Akelei
- Erscheinungsbild
- Standort und Boden
- Pflege
- Aquilegia discolor – Der spanische blau-weiße Schatz
- Erscheinungsbild
- Standort und Boden
- Besondere Eigenschaft
- Weitere Zwergglockentürme für den Steingarten
- Aquilegia bertolonii
- Aquilegia jonesii
- Aquilegia flabellata
- Vermehrung
- Die Glockentürme im Überblick
Frequently asked questions
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Was bedeutet es, dass Akelei eine wandernde Pflanze ist?
Eine der spannendsten (und manchmal auch nervigsten) Eigenschaften der Aquilegia ist ihre Fähigkeit, sich selbst zu vermehren. Deshalb wandert sie gerne durch den Garten: Sie sprießt überall dort, wo sie sich wohlfühlt, oft in den engsten Spalten zwischen Steinen, wo wir sie niemals pflanzen könnten.
Was könnte im Falle von Akelei ein Problem hinsichtlich des Pflanzenschutzes darstellen?
Der größte ästhetische Feind der Aquilegia ist der Miniermotten. Wenn Sie weiße, gewundene Tunnel in den Blättern sehen, zupfen Sie diese Blätter sofort ab.
Wird Akelei kleinere Pflanzen im Steingarten nicht überwuchern?
Je kleiner unser Steingarten ist, desto wichtiger ist es, wirklich zwergwüchsige Arten auszuwählen. Bei der Auswahl von Aquilegia sollten wir, unabhängig davon, wie ansprechend die Farbkomposition der Blüten auch sein mag, immer auf die zu erwartende Größe der ausgewachsenen Pflanze achten. Generell lässt sich sagen, dass Gartenhybriden dazu neigen, zu hoch zu wachsen und ihre kleineren Nachbarn zu überwuchern.
Warum hat Akelei Sporen?
Botanisch gesehen ist der Sporn eine geniale Anpassung: Er ermöglicht es der Pflanze, ihre Bestäuber auszuwählen, da nur langzüngige Bienen und Schmetterlinge den Nektar erreichen können.