Der Retro-Einrichtungsstil erinnert an das Design vergangener Jahrzehnte und verbindet in der Regel Stilelemente der 1950er, 60er und 70er Jahre. Der Retro-Stil hat keine einheitliche, streng definierte Formensprache oder Farbpalette, da es aufgrund der Vielfalt der Epochen und Designer viele Variationen gibt. Es gibt jedoch einige Merkmale, die in diesem Stil häufig vorkommen.
Merkmale der Retro-Einrichtung:
- Farben: Der Retro-Stil zeichnet sich durch fröhliche, lebhafte Farben aus. Oft finden sich ehrliche und lebhafte Farbtöne wie Orange, Limettengrün, Türkis und Gelb. Auch Pastellfarben wie Puderrosa oder Babyblau kommen häufig vor.
- Formenwelt: In der Formenwelt bevorzugt der Retro-Stil eckige, geometrische Formen, verwendet aber auch runde und organische Formen. Auch bei Möbeln und Accessoires finden sich einfache Linienführungen und charakteristische Formen.
- Muster: Geometrische Muster wie Streifen, Quadrate und Kreise sind beliebt. Auch Blumenmuster sind häufig anzutreffen, insbesondere auf Tapeten und Textilien.
- Eigenschaften der verwendeten Materialien: Im Retro-Stil können die Materialien vielfältig sein. Holz, Kunststoff, Metall und Glas sind gleichermaßen zu finden. Auf Möbeln sind oft Materialien mit interessanten Texturen und Mustern zu sehen.
- Art der Möbel: Retro-Möbel haben oft einfache, klare Linien. Sie zeichnen sich durch leichte, funktionale und verspielte Elemente aus und sind oft mit bunten, lockeren Polstern ausgestattet.
Entstehungsgeschichte: Der Retro-Einrichtungsstil ist eine Art nostalgische Neuinterpretation der Mode und des Designs vergangener Jahrzehnte. Er wurde von den Zeiträumen von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre inspiriert. Die Menschen lieben den Retro-Stil, weil das Design der alten Zeiten einzigartig, verspielt und zeitlos ist. Retro-Objekte und -Möbel erzeugen oft ein nostalgisches Gefühl und schaffen gleichzeitig eine einzigartige und fröhliche Atmosphäre in der Wohnung.
Das ist jedoch nicht ganz richtig, denn es gibt mehrere Ansätze zur Definition von Retro
Welche Zeiträume gehören also zur Retro-Ära:
- Entweder es verbindet Stilelemente der 1950er, 60er und 70er Jahre, wie ich oben beschrieben habe.
- Oder es ist immer das Retro, was in den letzten 20 Jahren aus der Mode gekommen ist, denn alles, was älter ist, wird automatisch als Vintage bezeichnet. Auf dieser Grundlage müsste man im Laufe der Zeit ständig wechselnde Inhalte haben. Das heißt, was jetzt Retro ist, sind unsere Gegenstände aus der Zeit nach 2000. Mit der Zeit wird Retro irgendwann zu Vintage.
- Oder bei Gegenständen, die älter als 20 Jahre sind, gilt: Wenn sie original sind, sind sie Vintage, wenn sie Kopien sind, sind sie Retro. Hier kommt die Aussage wieder zum Tragen, dass manche Retro und Vintage als Synonyme verwenden, was jedoch in Bezug auf die Definition der Stile völlig falsch wäre. Gleichzeitig ist es verständlich, dass man, wenn man nicht entscheiden kann, ob ein Gegenstand original oder eine Nachahmung ist, ihn auch nicht als retro oder vintage bezeichnen kann. Denn man sagt, dass Retro ein heutiges Produkt ist, das eine vergangene Mode kopiert, und man kauft nicht das Original, sondern eine Nachahmung, die nur äußerlich wie das ältere Produkt aussieht. Im Gegensatz dazu kann Vintage nur das sein, was damals original war, also auch konstruktiv original. Wenn Sie also ein Radio im Stil der 1960er Jahre mit originalen Röhren haben, dann ist es Vintage, aber wenn es nur so aussieht, dabei aber ein modernes Produkt ist und mit der Fernbedienung das ansonsten gut versteckte CD-Fach herausspringt oder ein USB-Anschluss darauf zu finden ist, dann ist es nur Retro. Genauso wie wir einen Herd oder einen Kühlschrank im Retro-Look kaufen können, der zwar ein Design aus den 1950er- oder 1960er-Jahren hat, aber dennoch nicht als Vintage bezeichnet werden kann, da er im Inneren mit moderner Technik ausgestattet ist.
- Und es gibt die Meinung, dass weder ein Interieur, das immer jünger als 20 Jahre ist, Retro ist, noch eines aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, sondern eines dazwischen, irgendwo aus den 1980er Jahren.
Wie auch immer wir die Retro-Epoche definieren, es gibt auch hier verschiedene Abstufungen. Diese Abstufungen zeigen sich einerseits in der Farbgebung, die im Laufe der Zeit immer kräftiger wurde, und andererseits im Auftreten von für Retro typischen Gegenständen.
Ausgehend von einem zurückhaltenden Stil:
- tauchten Tapeten mit kräftigeren Farben und größeren, charakteristischeren geometrischen Formen auf:
- Anstelle der bisherigen Teppiche können ähnlich geometrisch geformte, farbenfrohere Teppiche verlegt werden:
- Mit neuen bunten Kissen wurden die Sofas überladen, wodurch ihre schlichte Farbgebung verdeckt wurde.
- Es tauchten retro-spezifisch anmutende Makramee-Wanddekorationen, Makramee-Blumenampeln und verschiedene gehäkelte Gegenstände auf:
- Ebenfalls als Retro-„Erfindungen“ gelten die Verbreitung von Sitzsäcken, der Sitzsack-Sessel, der sogenannte Fellteppich oder die Lavalampe:
- Die Lampenschirme früherer Jahre kehren zurück, mit oder ohne Fransen, aber mit charakteristischen Mustern. Vermutlich aufgrund der damaligen Beliebtheit des Häkelns als Hobby. Wichtig ist es, die technischen Errungenschaften der Zeit zu zeigen. Der Plattenspieler, zuerst mit Spule, dann mit Kassettenrekorder, die Lautstärke und Klangqualität, der Besitz von Musik, die Identifikation mit den musikalischen Revolutionen. Dies ist nicht nur durch die Größe der Audiogeräte wichtig, sondern auch durch den Besitz von Schallplatten der Bands, deren Präsentation und die Anbringung von Postern (oftmals eine Vielzahl von Postern und anderen Konzertrelikten) an der Wand:
Wenn wir bei der letzten Meinung bleiben, dass der echte Retro-Stil nur bis ins Jahr 1980 zurückreicht, zumindest was die Innenausstattung betrifft, dann ändert sich die obige Beschreibung etwas:
Im Allgemeinen könnte der Ausdruck „Retro bis in die 1980er Jahre zurückreichend” suggerieren, dass alle Designelemente, Stile und Gegenstände, die aus der Zeit bis in die 1980er Jahre stammen, zur Kategorie Retro gehören.
Die Unterscheidung zwischen „echtem Retro” und „Vintage” kann regional unterschiedlich sein, denn wenn westliche Einrichtungstrends mit jahrzehntelanger Verspätung über den Eisernen Vorhang kamen, dann war das, was im Westen in den 60er und 70er Jahren Mode war, bei uns vielleicht schon in den 80er Jahren angesagt, Es hing also viel von der geografischen und politischen Lage und Sichtweise des Einzelnen oder der Gemeinschaft ab.
Charakteristik des Retro-Stils der 1980er Jahre:
Farbwelt:
- Es dominieren lebhafte und kontrastreiche Farben, zum Beispiel Neonfarben, leuchtendes Pink, Neongrün, leuchtendes Blau.
- Häufig sind Farbblöcke und Farbverläufe sowie Schwarz-Weiß-Kontraste.
Formensprache:
- Geometrische Formen und scharfe Winkel sind charakteristisch.
- Asymmetrische Anordnungen und Designelemente.
Muster:
- Visuell intensive Muster, z. B. bunte Karos oder Streifenmuster.
- Motive aus der Retro-Popkultur, z. B. Tetris oder andere Videospielmotive oder Darstellungen von Synthesizern.
Materialien:
- Kunststoff und glänzende Oberflächen, z. B. Kunststoffmöbel, glänzende Kunststoffaccessoires.
- Kombinationen aus Metall und Glas.
Art der Möbel:
- Einfach gestaltete, aber charakteristische Möbel.
- Möbel aus Kunststoff und Metall.
- Funktionale und bequeme Möbel, z. B. Sofas und Sessel mit breiter Sitzfläche.
Aufgrund dieser Merkmale war der Retro-Stil der 1980er Jahre durch lebhafte Farben, klare Formen und Motive aus der Popkultur geprägt. Bei den Materialien und Möbeln dominierten modernes und funktionales Design, das die damaligen technologischen Entwicklungen und die Einfachheit betonte.
Das folgende Bild veranschaulicht diese mittlerweile als störend empfundene Farbwelt sehr gut. Einheimische mögen sagen, dass es zwar möglich war, sich farbenfrohe Neonbeleuchtung für das eigene Zuhause zuzulegen, aber so etwas gab es damals noch nicht. Wir dürfen nicht vergessen, dass im Retro-Stil der westlichen Welt Neonbeleuchtung für zu Hause leicht erhältlich war. Heute lässt sich dies mit LEDs leicht nachahmen:
Um auf die schlichtere Variante zurückzukommen: Wenn wir uns die folgenden Kücheninterieurs ansehen, denken wir, dass es in vielen Wohnungen noch immer solche Möbel in den Küchen gibt, nur dass sie viel abgenutzter sind. Einerseits hat sich dieses Milieu offensichtlich als zeitlos erwiesen, andererseits gibt es vermutlich auch finanzielle Gründe dafür, dass sie nicht ausgetauscht werden. Da dieses Bild jedoch vielen Menschen schöne, feine und angenehme Erinnerungen beschert, besteht bei einigen weiterhin der Wunsch, dass auch ihre neuen Küchen in diesem Stil gestaltet werden.
Wenn man sich diese beiden Küchenbilder ansieht, könnte man darüber nachdenken, dass, wenn man die oben gezeigten verspielten Bilder als retro betrachtet, diese dann nicht mehr retro, sondern vintage sind. Wenn man auf die nächste Seite zum Vintage-Stil klickt und sich die weißen Vintage-Bilder im Landhausstil ansieht, könnte man sagen, dass diese doch eher retro sind. Die Grenzen sind nie eindeutig, die Stile sind flexibel und der menschliche Geist ist subjektiv – was Sie fühlen, ist richtig!
Zusammenfassung:
Der Retro-Einrichtungsstil reicht bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Teilweise ist dieser Stil durch eine verspielte Atmosphäre, spielerische, farbenfrohe und unkonventionelle Ideen gekennzeichnet. Im Retro-Einrichtungsstil spielen Farben und Muster eine sehr wichtige Rolle. Häufig verwendete Farben im Retro-Stil sind Schwarz, Weiß, Schokoladenbraun, Orange, Feuerrot, Babyrosa, Königsblau und Ölgrün. Die Muster im Retro-Stil können sehr vielfältig sein, zum Beispiel geometrische Formen, Blumen, Punkte, Streifen, Quadrate und Wellen. Retro-Möbel sind in der Regel schlicht, aber farbenfroh und unkonventionell. Zu den Retro-Möbeln gehören Kunstleder- und Lackmöbel sowie Metall- und Chrommöbel. Im Retro-Einrichtungsstil spielen auch Wohnaccessoires eine wichtige Rolle. Zu den Wohnaccessoires, die zum Retro-Einrichtungsstil passen, gehören beispielsweise bunte Lampen, Vorhänge mit geometrischen Mustern, bunte Teppiche, Kissen mit Blumenmustern und Retro-Poster.
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TL;DR – Brief summary
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Der Retro-Einrichtungsstil erinnert an die Designs vergangener Jahrzehnte und verbindet typischerweise Elemente aus den 1950er-, 60er- und 70er-Jahren. Der Retro-Stil hat keine einheitliche, streng definierte Form oder Farbgebung, da es aufgrund der Vielfalt der Epochen und Designer viele Variationen gibt. Es gibt jedoch bestimmte Merkmale, die in diesem Stil häufig vorkommen. Retro-Innendesign ist eine nostalgische Neuinterpretation der Mode und des Designs vergangener Jahrzehnte. Es ist inspiriert von Epochen von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis zu den 70er Jahren. Menschen lieben den Retro-Stil, weil die Designs der alten Zeiten einzigartig, verspielt und zeitlos sind. Retro-Artikel und -Möbel schaffen oft ein nostalgisches Gefühl und sorgen gleichzeitig für eine einzigartige und fröhliche Atmosphäre im Zuhause.
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- Das ist jedoch nicht ganz richtig, denn es gibt mehrere Ansätze zur Definition von Retro
- Welche Zeiträume gehören also zur Retro-Ära:
- Charakteristik des Retro-Stils der 1980er Jahre: